Mahlgrad.de - die Espresso Community

Wir freuen uns über deinen Besuch! Du kannst dich bei uns kostenlos registrieren, dich mit anderen Mitgliedern austauschen, gegenseitig Tips geben oder etwas kaufen/verkaufen.

Gutes und günstiges Einsteiger-Setup

SaschaK

New Member
Hallo zusammen,

nachdem ich mich viele Jahre lang ganz genügsam schon an den billigsten, gebrauchten ollen Braun- und Krups-"Siebträgern" mit gemahlen gekauftem Supermarktespresso einigermaßen erfreut hatte, und selbst das Mokkakännchen mir jahrelang ausreichte, habe ich vor ca. 1 Jahr nur durch ein kleines Upgrade ein immer noch sehr günstiges, unaufwändiges und doch für mich erstmal absolut ausreichendes Setup gefunden.

Vielleicht geht es einigen Neueinsteigern ähnlich: Das Budget GIBT einfach nicht so viel her, der Perfektionismus ist nicht SO ausgeprägt und doch soll es den entscheidenden Ticken besser sein als das fertig gemahlene Pulver im Kännchen. Dann würde ich empfehlen:

Delonghi Dedica (EC 680 bzw. 685)
und als Mühle:
Melitta Molino

ggf. nen Tamper als Schmankerl dazu, fertig

Ja, tatsächlich die Molino! Auch wenn es banausenmäßig klingt. Für DEN günstigen Preis (unter 40,-) ist das erstmal schon Fortschritt genug, wenn das Geld für ne "ordentliche" nicht reicht.
Und die Dedica gibt es für unter 200,-...

Ich habe keine Erfahrung mit besserem Equipment, aber habe - und darum geht es mir - eben auch nicht das Gefühl, ich hätte Schrott gekauft ("Wer billig kauft, kauft zweimal").

Einfach ein günstige, ordentliche Grundlage.

Auch bei den Bohnen mach ich mich erstmal nicht verrückt, aber das liegt an meiner Vorliebe für die sowieso hier selteneren spanischen "Mezclas" mit einem Anteil kandierter Bohnen... da nehm ich vom Spanienladen gelegentlich ein Kilo von Jurado mit und fertig. (Und nein, die Mühle hat sich noch nicht verklebt oder so etwas).

Vielleicht ist jemandem orientierungslosen mit schmalem Budget geholfen...
 

dirk

MG-Gründer
Admin
Das erste Einsteiger-Set. Es ist echt sehr sehr schwierig hier eine gute Empfehlung zu geben.

Wir kennen uns ja aus dem Nassrasurforum. Bei Rasiermessern oder Hobeln ist das viel einfacher, weil man hier für vergleichweise kleines Geld (30-100) Euro ein schon sehr gutes erstes Set (RM/Hobel plus Pinsel plus Rasiercreme, AS etc.) zusammenstellen kann.

Bei Espresso ist das leider anders. Die Geschmacksunterschiede je Setup sind hier viel grösser als die "Rasurunterschiede" bei Nassrasierern.

Deswegen bin ich bei Empfehlungen immer etwas hin- und hergerissen. Meine bisherigen Erfahrungen in meinem Bekanntenkreis ist aber: Wenn sich jemand wirklich für guten Espresso/Cappucino etc. interessiert, dann macht es mehr Sinn, lieber etwas länger zu sparen, als etwas zu kaufen, was vielelicht nach 1 jahr einem nicht mehr "ausreicht" und der niedrige Gebraichtpreis aber kaum zum Verkauf motiviert.

Ich würde deswegen eher einen anderen Weg empfehlen: Gebraucht kaufen. Hier kann man schon einiges an Geld sparen und trotzdem von Anfang an sehr gutes Espresso erzielen.

Aber egal, wie rum man es machen will, ich würde immer empfehlen, bei der Mühle am wenigesten zu sparen. Die Mühle ist wichtiger als die Espressomaschine. man kann eine 3000€ Espressomaschine haben. aber wenn die Mühle nicht gut genug ist, wird es nicht anders schmecken wie mit einer 120€ Espressomschiene.

Für eine gute Mühle muss man mit mindesten 150€ rechnen...
 

SaschaK

New Member
@dirk, bitte nicht falsch verstehen, ich zweifle null an, was du beschreibst. Ich habe deinen tollen Einführungsbeitrag (Wie kauft man...) genau und mit großem Interesse gelesen und finde es extrem wichtig, dass du diese wichtigen Hinweise gibst. Und vor allem typische Missverständnisse klar benennst, die oft zu Enttäuschungen führen.

Ich wollte mit meinem Beitrag keinesfalls sagen "alles quatsch, billig reicht", überhaupt nicht!

Eher: Wenns Geld nicht reicht, man unsicher ist, ob/wie sehr man überhaupt einsteigen will o.ä. – nicht sofort Abstand nehmen, ich zumindest habe so einen netten Einstieg gefunden. Und ganz sicher ist eine vernünftigere Mühle genau der Punkt, den es als nächstes anzugehen gilt bei mir.
 

dirk

MG-Gründer
Admin
Keine Sorge, so hatte ich es auch verstanden.

ich wollte nur verdeutlichen, daß es beim Thema Espresso echt schwer ist, weil so ziemlich alles gleich viel Geld kostet im Vgl. zu anderen interessanten Dingen. 150€ für eine Espressomaschine ist sehr preiswert, aber in absolutem Preisniveau bspw. im Vgl. zu einem Rasierhobel oder Rasiermesser oder Rasierpinsel sehr viel Geld.

Das ist der Nachteil bei dem Thema Kaffee. Egal wie preiswert, es ist immernoch viel Geld.

Bzgl. Bohnen: Probiere mal die von der Rösterei Fausto: https://www.fausto-kaffee.de/
 

Flocko

New Member
Ich kann ja mal von meinem Einstieg kurz erzählen.

Wir trinken überwiegend Cappuccino, daher war nach etwas Einlesen und Informieren klar, dass es ein Zweikreiser sein sollte.

Dann hatte ich das Glück, dass genau in dieser Phase eine gut passende Kombi gebraucht angeboten wurde. Da habe ich dann sofort zugeschlagen. Seit etwa zwei Jahren bin ich daher stolzer Besitzer einer SAB Pratika und einer Quamar M 80E. Gut, die Mühle war vielleicht für den Anfang etwas groß, aber der Preis war gut und sie hatte noch keine 1000 Portionen auf dem Zähler. Außerdem waren Tamper, Abschlagbehälter und das ganze andere Kleinzeug auch mit dabei.

Der Espresso wird mit guten, vor allem frischen, Bohnen top. Ich finde daher auch, dass die Mühle und die richtigen Bohnen mehr Einfluss haben als eine möglichst teure Maschine! DAs gilt besonders, wenn man mit dunkel gerösteten Bohnen Espresso wie in Italien zubereitet. Mit hellen Röstungen mag sich die exakte Temperatur etwas mehr auswirken.

Bisher bin ich mit meiner Wahl sehr zufrieden und habe ein weiteres tolles Hobby für mich entdeckt...
 
Aber egal, wie rum man es machen will, ich würde immer empfehlen, bei der Mühle am wenigesten zu sparen.
Das habe ich spät gelern und mich auch ewig mit einer schlechten Mühle gequält. Heute gibt es viel gute Einsteigermühlen am Markt, die nicht teuer sein müssen.
Wenn man nicht im Upgradewahn landet, kommt man mit einem guten Einsteigersetup lange bis ewig klar. Viele Dinge an teuren Maschinen machen das Leben aber einfacher.
 

dirk

MG-Gründer
Admin
Viele Dinge an teuren Maschinen machen das Leben aber einfacher.
Dito.

Ab einer gewissen Preisklasse wird man keinen Unterschied mehr im Espressogeschmack merken. Vorausgesetzt man hat sich ein vernünftiges Setup für das Budget gekauft.

Dann bekommt man für mehr Geld nur noch mehr Bequemlichkeit in der Bedienung.

Wenn man alles als Neuware kaufen möchte, ist das ab ca. 750€ (insgesamt für Mühle und Espressomaschine) möglich.
 

shelob

Moderator
Ich bin ja vor einigen Wochen mit einer Rancilo Silvia und der Rancilio Rocky SD in die Welt der Siebträger eingestiegen. Beides neu als Set gekauft und zusammen nicht teurer wie ein Mittelklasse VA.
Mir schmeckt der Espresso. Ich brauch mich um keinerlei Einstellungen an der Maschine kümmern, weil es geht nix einzustellen. Nur der Mahlgrad und die Kaffeemenge müssen passen, aber ich komme nicht in Versuchung noch Temperatur oder sonstwas zu verändern. Gerade am Anfang finde ich dieses „Keep it simple“ sehr entspannt. Ich habe ein Gefühl für die Maschine und die Zubereitung entwickelt, wie sagte ein Bekannter zu mir, Espresso machen ist Handwerk und ich weiß mittlerweile welche Parameter ich bei Wetter- oder Bohnenwechsel wie ändern muss.

Aktuell verspüre ich keine Upgrade Gelüste, vielleicht mal irgendwann ein 2 Kreiser oder Dualboiler für Cappuccinos. Dafür brauche ich aber auch erstmal eine größere Küche.
 
Aktuell verspüre ich keine Upgrade Gelüste, vielleicht mal irgendwann ein 2 Kreiser oder Dualboiler für Cappuccinos. Dafür brauche ich aber auch erstmal eine größere Küche.
Zweikreiser sind ja nett, jedoch hast Du auch da das Problem, dass das Wasser im Wärmetauscher irgendwann überhitzt, also muss man auch da spielen.
Dualboiler lohnen sich nur bei großer Anzahl an Milchgetränken. An sich recht ein Einkreiser und für Milchschaum gibt es auch Alternativen weg von der Dampflanze. Wir haben hier einen elektrischen Milchschäumer, damit kann man so schön die Milch für Babys warm machen. Hat mir schon bei zwei Kindern viel geholfen. Der macht guten Milchschaum, wenn es denn einfach gehen soll. Zwischen perfekt und leichten Bauschaum, dafür schäumt er aber auch Milch kalt auf, was im Sommer nett sein kann. Kalter Capucchino oder Latte.

An sich reicht ein gut eingestellter Einkreiser, alles andere ist Luxus. Wer wenig Milch braucht, wird keine Einbußen merken. Mein Traum ist eigentlich ein fetter Gastro-Hebler. Dafür ist kein Platz und der nötige Durchsatz auch nicht vorhanden. Träumen darf man ja doch;)_in_email_nicht_sichtbar
 

dirk

MG-Gründer
Admin
Dualboiler lohnen sich nur bei großer Anzahl an Milchgetränke
Naja, bei einem Hobby ist ja nicht immer alles logisch, was man macht. :oops:_in_email_nicht_sichtbar

Ich geniesse meinen Dualboiler, weil ich da einfach weniger machen muss. Die Temperatur ist immer sehr stabil, ich kann viel leichter bei neuen Bohnensorten mit der Temperatur spielen, die Aufheizzeit ist kurz, wenn ich den grossen Kessel aus lasse, aber selbst mit beiden Kesseln an, geht es sehr schnell (weniger als 30 Minuten).

Aber:

An sich reicht ein gut eingestellter Einkreiser, alles andere ist Luxus.
Dito.

Wenn ich mir anschaue, ob sich mein Verhalten seit 2010, seit ich meinen Dualboiler (Izzo Alex Duetto II) habe geändert hat, muss ich gestehen: Nein.

Ich wäre genauso gut mit meiner vorherigen Rancilio Silvia (Einkreiser) zurecht gekommen.

Den Komfort/den Luxus bzgl. Temperaturrerstellung bei meinem Dualboiler nutze ich zu selten. Letztendlich hat man sich irgendwann auf seine Lieblingsbohne eingeschossen und dann wird das mit dem Experimentieren ganz schnell weniger.

Einzig die Temperaturstabilität und die Möglichkeit Milch und Espresso gleichzeit zuzubereiten, wenn man viele Gäste hat, ist als wirklich genutzter Vorteil geblieben.

Falls ich aber irgendwann doch mal mit dem selber Rösten anfangen sollte, wäre das anders.
 
Oben